Insulin richtig spritzen: 4 schmerzfreie Tipps

Datum 30.04.2017 17:00:00 | Thema: Gesundheit

In Deutschland leben derzeit rund 6 Millionen Menschen mit Diabetes. Davon führen ungefähr 2,3 Millionen eine Insulintherapie durch, bei der das Insulin in der Regel mittels eines Pen gespitzt wird. Wir haben 4 hilfreiche Tipps zusammengestellt, wie das Spritzen schnell und möglichst schmerzlos bewältigt werden kann.
Diabetes – wenn die Bauchspeicheldrüse die Arbeit einstellt

Ein Diabetes kann entweder als Autoimmunerkrankung (Typ-1-Diabetes) entstehen, wenn das Immunsystem die Betazellen der Bauchspeicheldrüse angreift und diese daran hindert, das lebenswichtige Hormon Insulin zu produzieren, oder als vorwiegende Insulinresistenz (Typ-2-Diabetes). Beim Typ-2-Diabetes, von dem rund 90 % aller Menschen mit Diabetes betroffen sind, kann das Hormon entweder im Körper nicht mehr ausreichend wirken oder es wird nicht mehr ausreichend Insulin produziert. In beiden Fällen fehlt das Hormon, um die durch die Nahrung aufgenommene Glucose in die Zellen zu transportieren. Die Glucose verbleibt also im Blutkreislauf. Langfristige Folgen eines dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegels sind u. a.:

- Netzhautschäden durch Anlagerung von Zuckermolekülen an den Kapillaren (kann im schlimmsten Fall zum vollständigen Verlust der Sehkraft führen)
- Nierenschäden durch Anlagerung von Zuckermolekülen (sind im schlimmsten Fall irreparabel)
- Gefäßverengungen und -schädigungen aufgrund von Durchblutungsstörungen (können im schlimmsten Fall zur Amputation von Extremitäten, Herzinfarkt oder Schlaganfall führen)

Therapie – Ernährungsanpassung und Insulintherapie

Diabetes ist zwar nicht heilbar, aber dank der modernen Diabetestherapie können Betroffene heutzutage einen (fast) normalen Alltag leben. Da der Umgang mit der Krankheit jedoch eine gewisse Anpassung erfordert, bekommen Betroffene bzw. ihre Familien (in Deutschland leben rund 30.000 Kinder und Jugendliche mit Diabetes) Schulungen und Einzelberatungen, wo sie alles über den Umgang mit der Krankheit lernen. Die Basistherapie besteht darin, die Ernährungsgewohnheiten an die Erfordernisse des Diabetes anzupassen. Betroffene lernen in den Schulungen beispielsweise, wie man versuchen kann, den Blutzucker durch Ernährung optimal zu regulieren. Für die Behandlung von Typ-2-Diabetes reicht eine Anpassung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten in Kombination mit der Einnahme von oralen Antidiabetika in der Regel aus.
Menschen mit Typ-1-Diabetes hingegen bleiben ihr Leben lang auf die Zufuhr von Insulin angewiesen. Die gängigste Methode ist die "Intensivierte Insulintherapie", bei der zweimal täglich ein Insulin mit Langzeitwirkung und jeweils zu den Mahlzeiten ein kurz wirkendes Insulin in das Unterhautfettgewebe am Bauch, am Oberschenkel, Bauch oder am Gesäß gespritzt wird. Die Injektion erfolgt mithilfe eines Insulinpens.

Insulin schmerzfrei spritzen – fünf hilfreiche Tipps

Die korrekte Injektion des Insulins erfordert ein wenig Übung, da der Betroffene die richtige Einstichtiefe selbst erkennen muss. Spritzt er zu tief, kann es sein, dass die Nadel nicht im subkutanen Fett-, sondern im Muskelgewebe landet. Das kann nicht nur sehr schmerzhaft sein, sondern das Insulin kann dort auch nicht richtig wirken. Um unnötige Schmerzen zu vermeiden, sollten Betroffene folgende Hinweise beachten:

1. Tipp: Richtige Injektionsstelle wählen

Für eine möglichst schmerzfreie Injektion sind der Bauch (mit mind. zwei Zentimetern Abstand vom Bauchnabel) und die Außenseite der Oberschenkel am besten geeignet. Die Injektion in Narben oder Muttermale sollte vermieden und die Einstichstelle bei jeder Injektion gewechselt werden. Wird zu oft hintereinander in die gleiche Stelle gestochen, kann es dort zu einer Veränderung und Verhärtung des Fettgewebes kommen, die nicht nur die Insulinaufnahme erschwert, sondern auch die Injektion schmerzhaft macht und dazu führt, dass das Insulin nicht mehr richtig wirkt.

2. Tipp: Richtige Spritztechnik anwenden

Die Nadel sollte senkrecht (90-Grad-Winkel) eingestochen und die Kanüle nach der Injektion noch ca. 10 Sekunden in der Haut belassen werden.

3. Tipp: Eine Hautfalte bilden

Injektionsnadeln gibt es in Längen von 4 bis 12 mm. Da die Länge der Nadel von der jeweiligen Insulinmenge abhängig ist, kann zur Schmerzvermeidung nicht einfach die kürzeste Nadel gewählt werden. Vielen Betroffenen hilft es jedoch, für die Injektion eine Hautfalte zu bilden, da dies das Risiko vermindert, das Muskelgewebe zu treffen.

4. Tipp: Injektionsnadel wechseln

Die Nadel sollte aus Gründen der Sterilität nach jedem Spritzen gewechselt werden, und auch, da sie bereits bei einmaliger Benutzung abstumpfen kann. Wird sie trotzdem noch einmal verwendet, kann dies sehr schmerzhaft sein.

Mit freundlicher Unterstützung von Accu-Chek®.



Dieser Artikel stammt von Frag die Oma
http://www.frag-die-oma.de

Die URL für diesen Artikel lautet:
http://www.frag-die-oma.de/modules/news/article.php?storyid=1396